Tinte selbstgebraut

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Tinte selbstgebraut


Solltest Du in die Verlegenheit kommen, dass es keine Tintenpatronen mehr für Deinen alten Drucker zu kaufen gibt, so kannst Du Dir Deine Tinte auch selbst herstellen. Dies empfehle ich Dir aber nicht für einen neuen Drucker, weil Du dadurch die Herstellergarantie verlierst. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass die Tinte Deinen Druckkopf auf Dauer schädigen kann. Wenn Du aber einen Drucker besitzt, der Patronen mit einem eingebauten Druckkopf verwendet, oder es keine Ersatzpatronen für Deinen Drucker gibt, ist die eigene Tinte immer noch besser, als den Drucker wegzuwerfen. Außerdem schonst Du dadurch die Umwelt und Deinen Geldbeutel. Abgesehen von den Reinigungskosten, die beim Befüllen entstehen. Die Angelegenheit verursacht im Normalfall eine Menge Dreck und Flecken.

Entscheide also selbst!!

1) Mische aus:

- 30 ml schwarzer Tinte (gibt es im Schreibwarenhandel)

- 10 ml destilliertem Wasser (aus Mutters Dampfbügeleisen oder der Drogerie/Apotheke)

- 1 ml Isopropylalkohol (gibt es auch in der Apotheke und soll die Tinte schneller wischfest machen)

- 3 Tropfen Glycerin (gibt es in der Apotheke)


die Tinte, und rühre sie kräftig um (aber nicht schaumig schlagen).


2) Nehme eine leere Tintenpatrone und verklebe die unteren Auslaßlöcher (falls vorhanden) mit Tesa o.ä. (damit die Tinte nicht wieder unten herausläuft und Dein neues weißes Hemd ruiniert). Wenn keine Auslaßlöcher vorhanden sind, nicht den Druckkopf verkleben.

3) Bohre in die Oberseite der Patrone ein KLEINES Loch zum Nachfüllen (Bohrer gibt es in Vaters Werkzeugkasten oder bei OBI).

4) Ziehe die angemischte Tinte in einer Spritze auf (gibt es -oh Wunder- in der Apotheke).

5) Stecke die Kanüle der Spritze in das vorgebohrte Loch der Patrone und fülle die Tinte sehr langsam nach (nicht zu voll, den Du hast immer noch Dein weißes Hemd an). Am besten ist es aber, wenn Du die volle Spritze in die Patrone stichst, den Stöpsel aus der Spritze herausziehst und wartest, bist der Schwamm die Tinte selbst aufsaugt.

6) Verklebe die Einfüllbohrung mit Tesa o.ä. (sonst ist die Tinte schneller eingetrocknet als Du denkst, oder läuft unten heraus). Einige Hersteller sind so listig, dass sie eine Dorn im Deckel eingebaut haben, der Dein Klebeband aufsticht, wenn Du versuchst, den Deckel wieder aufzusetzten um ihn festzukleben. Brich ihn vorsichtig mit einer Zange heraus. Dein Hemd wird es Dir danken. Es kann außerdem passieren, dass sich eine Sollbruchstelle (Membran) bei zu heftigem Nachfüllen öffnet, und der Tinte den Weg in die Freiheit ebnet. Klebe sie zu und werfe Dein Hemd weg.

7) Setze die Patrone in den Drucker ein und warte bei einer Tasse Friesentee, bis sich die Tinte gesetzt hat (ca. 30 Minuten, eventuell auch über Nacht).



Tipps:

a) Weißt Du nicht wo Du das Loch bohren sollst, so kannst Du Dir zur Probe einen Tinten-Nachfüllset kaufen (nicht in der Apotheke, sondern im Computerhandel), der in der Regel billiger ist, als die Originalpatronen des Druckerherstellers. Darin findest Du eine detaillierte Anleitung, wo die Patrone angebohrt werden muß.
Einige Hersteller von Nachfüll-Sets beschreiben dies auch auf ihrer Homepage.

b) Für das Mischen von farbiger Tinte eignen sich Airbrush-Farben recht gut. Diese sollten allerdings frei von Schellack- und Eiweißzusätzen sein. Diesen Tipp habe ich selber aber noch nicht ausprobiert, so dass ich ihn nur für Patronen mit eigenem/eingebautem Druckkopf empfehlen kann.

c) Tintenpatronen, die nachgefüllt werden sollen, nicht vollständig entleeren. Sie sollten schon vorher nachgefüllt werden, um ein Austrocknen zu vermeiden.

d)Wenn Du Farbpatronen nachfüllen willst, vertraue nicht auf die Farbbezeichnungen der Kammern vom Hersteller. Diese sind oft falsch, um den Selbstbefüller in die Irre zu führen. Bei falscher Befüllung wird die Patrone nämlich unbrauchbar. Teste also vor dem Befüllen (z.B. mit einem Zahnstocher), welche Farbe in welche Kammer gefüllt werden muß.


Gutes Gelingen!

Probleme

Bei Problemen kann folgendes aufgetreten sein. Zum einen kann der Schwamm ausgetrocknet sein, weil die Patrone zu lange leer gewesen ist. Auch kann es sein, dass die Patrone schon zu oft nachgefüllt wurde und der Druckkopf verschlissen ist. Vielleicht sind auch die Kontakte an der Patrone und an der Patronenhalterung des Druckers verschmutzt. Dann mußt Du sie vorsichtig reinigen. Probleme können auch auftreten, wenn der Druckkopf verkrustet ist. Diesen kannst Du mit einer speziellen Reinigungsflüssigkeit (kein Alkohol o.ä.), die Du im Fachhandel erhälst, reinigen. Zur Not tut es auch (destilliertes) Wasser (siehe unten: Druckkopf reinigen). Außerdem kannst Du den Druckkopf reinigen, wenn Du Dir eine "Düsenpumpe" bastelst. Hierzu steckst Du ein kleines/passendes Stück Schlauch auf eine unbenutzte Spritze, von der Du die Nadel entfernt hast. Die Pumpe drückst Du dann auf den Druckkopf und ZIEHST etwas Tinte in die Spritze. Da der kleine Schlauch nicht den ganzen Druckkopf abdecken kann, mußt Du die "Pumpe" mehrmals versetzen und die Saugprozedur wiederholen. Verwendet Dein Drucker Patronen ohne eingebauten Druckkopf und ist die Patrone offensichtlich noch nicht leer, kannst Du ihr den Hosenboden versohlen und sie VORSICHTIG auf einen Stoß altes Zeitungspapier klopfen. Kommt aus allen Auslaßlöchern Farbe heraus, war sie nur etwas eingetrocknet und funktioniert jetzt hoffentlich wieder. Für ganz Mutige bleibt sonst nur noch das Reinigen des Duckers und seiner Druckeinheiten.

 

Patronen mit Tintensack befüllen

Einige Hersteller verwenden einen Tintensack aus Aluminium in ihren Patronen, um das Nachfüllen zu verhindern. Wenn man bei diesen Patronen ein Loch bohrt, beschädigt man den Tintensack und macht sie damit unbrauchbar.
Diese Patronen besitzen aber meist eine werksseitige Einfüllöffnung, die Du durchstechen mußt. Sie ist meistens unten neben dem Druckkopf. Zum Nachfüllen mußt Du außerdem die Patrone öffnen. Dazu mußt Du eine der beiden breiten Seiten vorsichtig aufhebel, ohne den Tintensack zu beschädigen. Dieses Seitenteil ist oft nur ein aufgesteckter Deckel. Nachdem Du den Deckel hoffentlich gefunden und abgehoben hast, kannst Du die Tinte durch die oben beschriebene Öffnung befüllen. Verschließe dann das Loch sehr sorgfältig (beispielsweise mit Klebeband). Nach dem Befüllen, muß der Alusack vorsichtig mit Gefühl zusammengedrückt werden, um die Luft aus dem Sack zu entfernen und ein Vakuum zu erzeugen. Der Druckkopf sollte dabei nach oben zeigen. Beim Zusammendrücken entstehen kleine Luftbläschen am Druckkopf. Drücke so lange und wische die Bläschen mit einem saugfähigen Papiertuch vorsichtig ab, bis keine Bläschen mehr erscheinen. Wenn nur noch Tinte aus dem Druckkopf kommt, kannst Du die Patrone wieder zusammenbauen und das Deck schrubben. Mit etwas Glück funktioniert sie auch wieder. Ein Versuch ist es allemal wert.

 

Druckkopf reinigen

Sollte das Reinigungsprogramm Deines Druckers erfolglos bleiben oder Dein Drucker sich nicht selbst reinigen können, kannst Du Dir folgendermaßen helfen. Fülle etwas warmes Wasser in eine Schale und stelle Deine Tintenpatrone hinein. Du solltest aber nur so viel Wasser benutzen, daß der Druckkopf der Tintenpatrone gerade eben bedeckt ist. Schwimmt die Patrone wie ein toter Fisch mit dem Bauch nach oben, hast Du zu viel Wasser genommen. Nachdem der Druckkopf einige Zeit eingeweicht wurde, tupfst Du den Druckkopf vorsichtig auf ein Stück mehrlagiges Toiletten- oder Küchenpapier. Dies aber vorsichtig, denn Du bist nicht Störtebeker, der den Becher stürzt. Nun mußt Du so lange tupfen, bis ein tiefschwarzer Fleck entsteht. Diesen "Schwarzen Fleck" sollst Du nicht ; wie die Piratenbande bei der Schatzinsel , Deinem Feind schicken. Er besagt nur, daß sich die Verkrustung Deiner Patrone aufgelöst hat und die Tinte wieder fließen kann. Eventuell mußt Du diese Prozedur mehrmals durchführen, bis die Patrone wieder fehlerfrei druckt. Bei hartnäckigen Patronen kannst Du auch Reinigungsflüssigkeit aus dem Fachhandel verwenden, oder Dir eine "Düsenpumpe" bastel (siehe oben: Probleme). Klappt das auch nicht, ist die Patrone defekt oder leer.


Nachtrag:

Einige Hersteller haben ihre Patronen mit einem elektronischen Elefantenhirn (Chip) ausgestattet, das sich alles merkt. Wenn Du die Patrone nachfüllst, glaubt sie immer noch, dass sie leer ist. Du brauchst diese nachgefüllte Patrone jedoch nicht zornig zur Sondermülldeponie zu bringen. Stattdessen setzt Du eine fabrikneue Patrone ein, und druckst Deinen aktuellen Einkaufszettel damit aus. Schalte den Drucker aber nicht aus und laufe zum nächsten Supermarkt, sondern tausche die Fabrikneue gegen die nachgefüllte Patrone -bei EINGESCHALTETEM Drucker- aus. Drucke jetzt Deinen Einkaufszettel erneut aus, denn so glaubt die nachgefüllte Patrone, dass sie voll ist (was ja auch stimmt). Die Auslasslöcher der fabrikneue Patrone klebst Du nun sorgfältig ab, damit sie nicht austrocknet; und damit Du später weitere nachgefüllte Patronen umprogrammieren kannst. Den zweiten Einkaufszettel kannst Du dann für Deine doppelte Buchführung verwenden. Bei hartnäckigen Kandidaten mußt Du diese Prozedur öfters wiederholen. So verwirrst Du den Chip, bis er vielleicht von selber aufgibt.

 

Aktualisierung: Zur Zeit gibt es einige Firmen (und diese Entwicklung begrüße ich), die ein Tool anbieten, mit dem Du den Chip umprogrammieren kannst. Auch anderes Zubehör verspricht für ca. 25 Euro viel. Ich habe diese Wundermittel noch nicht getestet, empfehle Dir aber -und Deinem geschundenen Geldbeutel- erst meinen Tipp auszuprobieren. Danach kannst Du immer noch zu den Tinten-Rebellen wechseln.






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